top of page

Kinderporträt ohne Kulisse. Warum mich das Licht mehr interessiert als die Dekoration

  • Juliane Fieber
  • 9. März
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 15. März

Über Porträts, Übergänge im Leben - und warum ich keine Ereignisse fotografiere



Es gibt viele Möglichkeiten, Kinder zu fotografieren. Häufig beginnt alles mit einer Kulisse – einer Szene, einer Umgebung oder Gegenständen, die sofort erzählen sollen, worum es in diesem Bild geht.

Solche Bilder sieht man heute sehr häufig. So häufig, dass sie fast selbstverständlich wirken. Als wäre das die einzige Art, ein Kinderporträt zu fotografieren.


Für mich beginnt ein Bild jedoch an einer anderen Stelle.

Beim Licht. Ein Kinderporträt ohne Kulisse lebt davon, dass das Licht den Blick auf den Menschen lenkt.


Licht gibt einem Porträt Ruhe und Tiefe. Es lenkt den Blick auf das, worum es in einem Porträt eigentlich geht: den Menschen.


Deshalb beginne ich meine Bilder nicht mit Dekoration, sondern mit Licht. Ob Tageslicht oder Blitz spielt dabei keine Rolle. Entscheidend ist nur, dass das Licht bewusst gesetzt ist.

Denn wenn das Licht stimmt, braucht ein Porträt oft erstaunlich wenig.


Kinder bringen ohnehin alles mit, was ein Bild lebendig macht. Ihre Haltung, ihre Aufmerksamkeit und den Ausdruckin ihren Augen.


Kulissen und Requisiten können ein Bild schnell erzählen. Sie schaffen eine Atmosphäre und geben eine klare Richtung vor. Aber sie tragen auch einen großen Teil des Bildes selbst.


Mich interessiert dagegen der Moment, in dem ein Mensch sichtbar wird. Ein Gesicht, ein Blick, Charakter.


Deshalb baue ich keine Szenen.


Die Umgebung darf ganz unterschiedlich sein – draußen, zu Hause oder in einem Raum mit Fensterlicht. Sie entsteht aus dem Ort selbst und nicht aus einer Kulisse. Sie muss nichts darstellen, sie ist einfach da.


Gerade rund um das Thema Einschulung wird dieser Unterschied besonders deutlich. Natürlich ist dieser Tag ein wichtiger Moment im Leben eines Kindes, ein Übergang, auf den viele Familien lange gewartet haben.


Aber wenn ich an die Bilder denke, die später wirklich Bedeutung bekommen, dann sind es selten die stark inszenierten Anlassbilder.


Es sind die ruhigeren Porträts.


Die Bilder, in denen man das Kind selbst sieht – den Ausdruck in diesem Moment seines Lebens. Die Mischung aus Neugier, Stolz und vielleicht auch ein wenig Unsicherheit.


Mich interessiert weniger das Ereignis selbst. Mich interessiert der Mensch in diesem Moment seines Lebens. Wie ein Kind aussieht, kurz bevor etwas Neues beginnt.


Gerade rund um die Einschulung kann ein Familienshooting deshalb etwas anderes zeigen als ein klassisches Foto. Nicht den inszenierten Moment, sondern den Übergang – die Familie, die diesen neuen Abschnitt gemeinsam erlebt.


Vielleicht draußen bei einem ruhigen Familienshooting. Vielleicht bei einem der Wochenendporträts im Fensterlicht. Oder manchmal auch zu Hause, in einer kleinen Homestory.

Nicht vorbereitet wie ein Anlassfoto, sondern mitten im Leben.


Denn die Einschulung ist nicht nur ein einzelner Tag. Sie verändert etwas im Alltag einer Familie. Ein neuer Rhythmus beginnt, neue Wege, neue Erfahrungen.


Und vielleicht sind es genau diese Bilder, die später bleiben.

Nicht weil sie ein Ereignis zeigen.

Sondern weil sie einen Menschen zeigen – in einem Moment, in dem sich gerade etwas verändert.


Neue Artikel über Fotografie, Licht, Bildgestaltung und Einblicke in meine Arbeit teile ich regelmäßig im Blog und auch in meinem WhatsApp-Kanal. Wenn du nichts verpassen möchtest, kannst du dort gerne mitlesen.


 
 
 

Kommentare


bottom of page